Feb 18 2014

Die haben doch einen an der Waffel!

Auf unse­rer loka­len Mai­ling­lis­te, auf der ich gera­de so viel Flausch zum tol­len Lan­des­par­tei­tag in Hei­del­berg (und den lecke­ren Waf­feln) gele­sen hat­te, habe ich mich ange­sichts der direkt nach die­sem LPT auf­kom­men­den schlech­ten Stim­mung in der Par­tei wie folgt geäu­ßert: „Die haben doch einen an der Waf­fel!“ Zurecht wur­de sofort Trans­pa­renz von mir ein­ge­for­dert: „Genau wen meinst Du, Sebi?“ Hier mei­ne aus­führ­li­che Ant­wort auf die­se Frage.

Das ist eine län­ge­re Lis­te. Einen an der Waf­fel haben mei­ner Mei­nung nach min­des­tens die fol­gen­den Per­so­nen­grup­pen, die ich seit ges­tern Mit­tag iden­ti­fi­zie­ren konnte:

  1. Jour­na­lis­ten“ von Bou­le­vard­blät­tern, die unbe­wie­se­ne Behaup­tun­gen in die Welt set­zen, um nack­te Brüs­te auf die Titel­sei­te set­zen und dabei auf die Pira­ten­par­tei ein­dre­schen zu können.
  2. Men­schen, die auf Twit­ter über das von die­sen „Jour­na­lis­ten“ hin­ge­hal­te­ne Stöck­chen sprin­gen und die geschmack­lo­se Mei­nungs­äu­ße­rung einer unbe­kann­ten, ver­mumm­ten Demons­tran­tin einer Pira­tin zuord­nen, um sich danach maxi­mal über die­se aufzuregen.
  3. Men­schen aus dem Umfeld des BuVo, die im ungüns­tigs­ten Augen­blick noch Öl ins Feu­er gie­ßen, in dem sie eine „anti­deut­sche Twit­ter­de­mo“ starten.
  4. Men­schen, die Tote gegen­ein­an­der auf­rech­nen, gute oder schlech­te Tote unter­schei­den, oder der Mei­nung sind, irgend­wer habe es ver­dient zu verbrennen.
  5. Men­schen, die auf­grund von 1. bis 4. ihren Par­tei­aus­tritt ankün­di­gen oder „alle nor­mal den­ken­den Men­schen“ zu einem sol­chen auffordern.
  6. Men­schen, die auf­grund von 1. bis 4. den gesam­ten Ber­li­ner Lan­des­ver­band mit einer Rei­he von Par­tei­aus­schluss­ver­fah­ren über­zie­hen möch­ten (es gibt übri­gens auch mil­de­re Ord­nungs­maß­nah­men), oder gleich die „Pira­ten­par­tei ohne Ber­lin“ grün­den wollen.
  7. Men­schen, die sich in jeweils 140 Zei­chen als wah­re Exper­ten im Ver­gleich der Bil­der von nack­ten Brüs­ten herausstellen.
  8. Men­schen, die mei­nen, es wäre ange­mes­sen, zu die­sen Bil­dern Kom­men­ta­re der Art los­zu­las­sen wie „wenigs­tens wis­sen wir jetzt, dass sie kei­nen Tit­ten­bo­nus hat“, oder die sons­ti­ge abwer­ten­de Kom­men­ta­re zum Kör­per von Pira­tin­nen bzw. einer der ver­mumm­ten Demons­tran­tin­nen auf Twit­ter veröffentlichen.
  9. Men­schen, die zu faul zum Lesen sind, wodurch jeder zehn­te Tweet eine Wie­der­ho­lung der Fra­ge ist, wor­um es beim #Bom­ber­ga­te eigen­tich geht.
  10. Die Men­schen, die mich fla­men wer­den, weil ich völ­lig ver­ken­ne, wie ernst die Situa­ti­on ist. (Bei Eris! Bin ich froh, dass in unse­rem KV schon das #Flag­gen­ga­te nicht zu Blut­ver­gie­ßen führ­te, da habe ich zumin­dest die lei­se Hoff­nung, dass auch das #Bom­ber­ga­te, nicht zu grö­ße­ren Zer­würf­nis­sen führt.)

Ich hab sicher­lich noch wel­che vergessen.

Update: Die @traumrennerin hat bei @moonopool einen sehr schö­nen Gast­bei­trag zum Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­hal­ten geschrie­ben, wel­ches zur Eska­la­ti­on des #bom­ber­ga­te bei­ge­tra­gen hat: „Pira­ten — Unfä­hig­keit zu Dis­kus­si­on und Kom­pro­mis­sen“.

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